FAQ zum Spiel

Fragen stellen sich natürlich - zum Spiel als solchem, zum Nutzen, zu Kniffligkeiten aller Art. Hier finden Sie Ihre Fragen und unsere bisherigen Antworten. Reicht das nicht aus, kontaktieren Sie uns bitte!

Struktur des Spiels
  • Wie viele Leute können mitspielen?

    Das Spiel ist so angelegt, dass 4 bis 9 Personen teilnehmen können. Diese Anzahl ergibt sich daraus, dass mit zu wenig Mitspielenden keine Dynamik entstehen kann. Bei zu vielen Mitspielenden dauert es zu lange, bis sich alle eingebracht haben. Dazu kommt die Spielleitung, die nicht aktiv mitspielt aber den ganzen Ablauf leitet.

  • Wie viele Ereigniskarten und Optionen hat man, damit man das Spiel regelmässig kreativ einsetzen kann?

    Es gibt insgesamt 29 Ereignis-Karten. Diese können im Spiel durch die Spielleitung entweder durch Zufall zugespielt werden, oder aber mit einer kleinen Vorauswahl
    „gesteuert“ werden.
    In jedem Fall steht es der Sitzungsleitung frei, die Ereignisse einzubeziehen oder nicht. Das kommt dann ganz auf den jeweiligen Spielverlauf an.

  • Wie stark ist die Rolle der einzelnen Spieler vorgegeben?

    Die Rolle der Mitspielenden ergibt sich durch das Los der Rolle in der gelosten Konfliktsituation (z.B. Marketing-Leiterin, Mitarbeiter, Schichtleiterin, etc.) sowie aus den ausgelosten Eigenschaften (Ressourcen, Eigenheiten, Konfliktverhalten, Geheimnis).
    Zur Vorbereitung auf die Konfliktsitzung bekommen alle Mitspielenden ein Protokollblatt sowie eine entsprechende Spielanleitung. Mithilfe dieser bereiten sie sich auf die Situation vor und überlegen sich, wie sie die Rollenvorgaben verbal und nonverbal erfüllen wollen und können. Diese Rollenvorgaben sind natürlich ergänzend zur eigenen Persönlichkeit zu verstehen und sollen die Möglichkeit bieten, neue/andere Verhaltensweisen auszuprobieren. Die Lust und Möglichkeiten dazu sind sehr individuell verschieden und auch von der aktuellen Befindlichkeit abhängig. Insofern ist die Rollenanweisung eine Anregung, die alle Mitspielenden situativ und individuell umsetzen können.

Struktur des Spiels
  • Findet eine Vorstellungsrunde statt? Wie und wann wird diese gemacht?

    Nachdem alle Mitspielenden die zu spielende Konfliktsituation kennen (sie haben diese insgesamt 3 x gehört) und alle Spielkarten vor sich haben und zudem ihre Rolle in der entsprechenden Konfliktsituation kennen, führt man eine Vorstellungsrunde durch.
    In dieser stellen sich die Mitspielenden mit ihrem Spielnamen vor (ergibt sich durch den Buchstaben ihrer Rolle
    also z.B. D wie Daniela oder Herr Dimmer). Zusätzlich zum Namen geben sie ihre Ressource und ihre Eigenheit preis.
    Das Konfliktverhalten wird nicht aufgedeckt. Das Geheimnis wird unter vorgehaltener Hand einer anderen mitspielenden Person gezeigt.

  • Ist die Störung durch die Spielleitung zwingend?

    Nein, das ist sie nicht. Wir empfehlen aber unbedingt, mindestens die Störung durch den Telefonanruf einzubauen. Warum? Das Spiel ist ein Abbild der Realität. In dieser kommen diese Störungen vor und haben einen Einfluss auf das aktuelle Geschehen. So haben wir z.B. die Erfahrung gemacht, dass die Sitzungsdynamik angeregt wird, 
    wenn die Sitzungsleitung kurz das Zimmer verlässt. Das gibt den Teilnehmenden Gelegenheit, sich ohne Leitung auszutauschen. Lassen Sie sich überraschen!

  • Ist die Idee, dass die Spielleitung die Sitzungsleitung während des Spiels coacht (z.B bei den Störungen)?

    Das ist nicht explizit vorgesehen, kann aber für die Spielleitung durchaus eine Möglichkeit sein, etwas Dynamik oder Ruhe ins Spiel zu bringen. Dem Feingefühl und der Erfahrung der Spielleitung sind hier keine Grenzen gesetzt.

Training / Transfer / Reflexion
  • Inwiefern bzw wodurch wird es möglich, dass die Konfliktfähigkeit der Spielteilnehmenden trainiert wird?

    Durch den spielerischen Umgang mit „fremden“ Konfliktsituationen kann man sich freier und unbeschwerter an die Lösung der Situation machen. Ausserdem kann man seine eigene Persönlichkeit und sein eigenes Verhalten mit den Rollenanweisungen (Eigenheiten, Ressourcen, Konfliktverhalten, Geheimnisse) ergänzen und hat damit die Möglichkeit, neue Verhaltensweisen auszuprobieren und zu erleben.
    In der abschliessenden Reflexionsphase sind die Spielenden aufgefordert, ihre Erlebnisse und Erkenntnisse festzuhalten.
    Dadurch
    insbesondere bei mehrfachem Spielen entsteht die Möglichkeit einer Verhaltensänderung, eine Erweiterung der Möglichkeiten sich in Konflikten zu verhalten.

  • Ist eine Art von Reflexion und Evaluation nach einem gewissen Zeitraum ratsam, um den Prozess anzuregen und weiter daran zu arbeiten?

    Wenn die Möglichkeit dazu besteht (z.B. wenn ein Team sich wieder trifft oder regelmässig zusammenarbeitet) können daraus wertvolle Einsichten entstehen. Sicherlich ist es dabei sinnvoll, wenn die Spielleitung diese Reflexion begleitet.
    Nach unserer Erfahrung ist es vor allem auch wertvoll, das Spiel mehrfach zu spielen, um dabei immer wieder neue Situationen und Rollen auszuprobieren. 
    Der individuelle Verhaltensspielraum in Konfliktsituationen kann so beträchtlich erweitert werden.

  • Wie passiert die Verknüpfung der Erkenntnisse durch das Spiel mit der gegebenen Ist-Situation im Team, der Abteilung etc.?

    Hier ist die Spielleitung gefragt, indem sie die gewonnenen Erkenntnisse aus der gespielten Konfliktsituation mit dem Alltag der Mitspielenden vergleicht. Dazu sind die Fragen auf der Anleitung der Moderation gedacht, die natürlich situativ abgeändert und/oder ergänzt werden können. Gerade in der Auswertung zeigt sich die Wichtigkeit der Spielleitungsrolle. Sie ist als eine eigene Moderationsrolle konzipiert.

  • Geht es bei Conflict Poker vor allem um die Sensibilisierung für gewisse Situationen und die Selbstreflexion und gar nicht so sehr um die Lösung der gespielten Konfliktsituation?

    Genau das ist der Punkt. Konflikte sind ein so heikles und emotionsbeladenes Thema, dass es leichter möglich ist, sich mit „fremden“ Konflikten zu beschäftigen als miteigenen. Trotzdem ist in der Reflexionsrunde auch die Frage „haben wir praktikable Lösungsansätze gefunden“ hilfreich. Sie ist die Brücke zum eigenen Verhalten und kann dabei helfen, Erkenntnisse zu erarbeiten.

Teilnehmende
  • Eignet sich das Spiel auch für Teilnehmerrunden, die sich nicht oder nur schlecht kennen?

Ja, sehr sogar. Menschen, die sich nicht kennen, sind eher frei von Vorurteilen und können sich dadurch freier verhalten. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass gemischte Gruppen sich oft kreativer und freier einbringen können, als bestehende Teams. Bei bestehenden Teams besteht die Möglichkeit, dass trotz Rollenanweisungen die Mitspielenden in ihrem gewohnten Verhalten bleiben. Wir empfehlen darum auch, dass in einem bestehenden Team die reale Leitung nicht auch im Spiel die Leitung übernimmt.